Samstag, Januar 26, 2008

Geht zur Wahl!

Heute tauchten in mehreren Stadtteilen Hannovers gefälschte Wahlbriefe auf. Da hat jemand ziemlich viel kriminelle Energie (und auch Geld) drauf verwendet. Wenn man die erwischt, sind die richtig dran. Möglicherweise die gleichen Leute, die hier vor einigen Wochen Plakate geklebt haben, dass ja Wahlen eh verboten wären, würden sie was ändern. Wie dumm.

Bei der Suche sollte man sich überlegen, wem das nutzt. Bekanntlich hilft Nichtwählen immer denen, die man nicht haben will. Und ob unsere Demokratie nun das Gelbe vom Ei ist oder nicht (oder ob sie überhaupt eine ist) ist eine andere Baustelle. Zumindest sind formal einigermaßen korrekt ablaufende Wahlen eine politische Errungenschaft, die es in wenigen Ländern der Welt gibt - nicht mal in den USA läuft das bekanntlich ohne Fälschungen. Und da hat man ja gesehen, was dabei rausgekommen ist.

Also geht wählen, und schaut nicht nur auf die oberflächlichen Fernsehbilder, sondern auf die Programme, ehe ihr euer Kreuz macht.


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Mittwoch, Oktober 17, 2007

Live!

Jetzt bin ich im hohen Alter zum ersten mal in meinem Leben einer Band hinterhergereist - Bremen (Schwankhalle), Hannover (Kulturpalast) und Berlin (Haus der Kulturen der Welt). Hat sich eher zufällig ergeben, aber war ein schöner Zufall. Jeffrey Lewis und seine Band waren schlau, unterhaltsam und liebenswürdig - so sollte es sein. Und sie waren ein Stück New York auf zwei Beinen (jeweils), das auch in den Konzerten ausstrahlte. Von Bremen, wo die Band gemeinsam mit Turner Cody und Herman Dune auftrat, habe ich schon ein paar Bilder online gestellt (hier, und hier habe ich etwas dazu geschrieben). Ein Bericht zu Berlin hier. Aber da kommt noch mehr, schöne Interviewausschnitte und wenn ich es schaffe ein Text zu Berlin, wo es auch um einen merkwürdigen Professor Louie gehen wird, Jeff's Onkel.


Professor Louie

In Berlin habe ich mir dann auch noch Antifolker Ish Marquez angeschaut. Auch ein lieber Typ und seine frühen Sachen sind sehr genial. Aber die mag er jetzt nicht mehr und macht midtempo Rock. Not my cup of tea. Und auch Teil zwei des Abends, Bob Neuwirth, der vor allem von seiner Zeit mit Dylan in den 60ern zehrt, war nett, aber schlaftablettig.


Ish Marquez früher

Und um den Konzertmaraton zu beenden habe ich mir m Montag Chuck Prophet angeschaut, in der Bluesgarage in Isernhagen. Prophet fand ich ja, als ich ihn hier im Labor vor sechs Jahren oder so gesehen habe, als Person und musikalisch grauenvoll. Auch mit Green on Red kann ich bis auf ein paar große Songs (um genau zu sein einer: Gravity Talks) nichts anfangen. Aber Prophets neues Album Soap and Water fand ich ganz gelungen, und er war auch angenehmer als ich ihn in Erinnerung hatte, um nicht zu sagen sehr nett. Ein spontanes Interview hier, ohne Anspruch auf Tiefgründigkeit.


Chuck Prophet jetzt

Übrigens ein merkwürdiges Volk in dem sehr liebevoll ausgebauten Club im Isernhagener Industriegebiet: Meist ältere, ländlich aussehende Herren (im Zweifelsfall in passender weiblicher Begleitung). Und alle scheinen davon besessen zu sein, ihre kleinen, billigen Knipskameras ausprobieren zu wollen ("Ich experimentiere noch."). In Berlin waren es wenigstens noch Handys, die in dem Bewußtsein, dass es eh nicht so doll wird zwei dreimal draufgehalten wurden als Erinnerung und gut wars. Weil es echt genervt hat mit der ständigen Blitzerei und man genau ahnte, das die Bilder eh nichts werden, habe ich mir ja bösartiger Weise mal von einem seine tollen Schnappschüsse zeigen lassen: Angeblitzte Glatze des Vordermanns, auf dem sich auch der Autofokus festgebissen hatte. Im Hintergrund (zu meinem Erstaunen hatte der Blitz in der Tat so weit gereicht) ein paar verschwommene Figuren - die Band. Der pädagogoische Effekt (ich hab versucht, es charmant zu machen) war aber, das der Bursche es danach gelassen hat.

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Montag, Oktober 01, 2007

Victorian English Gentlemens Club

Jetzt hat es ja doch noch mit dem ersten Gig bei Mint Music geklappt. Belanglos aber niedlich und genau das Richtige für sowas: The Victorian English Gentlements Club, drei Kinder, äh Mittzwanziger aus Cardiff.

Mit den Stars - also nicht nur der kanadische Band - wird das bestimmt auch noch: Bowie, Jagger, bevor diese Helden meiner Jugendjahre den Löffel abgeben...Apopos: Ich schaute mir gerade aktuelle Bilder von letzterem Burschen an (man achte auf dem einen Bild auch auf Neil Young, wenn man ihn denn erkennt) - der sieht ja mit seinen Mitte 60 aus wie 80, wirkt aber ganz vergnügt. Vielleicht ist er ja langsam jenseits von Gut und Böse - auch wenn die Bilder mit der Dame auf anderes hinweisen. Aber der kann wahrscheinlich nicht mehr...äh, anders. Und Bowie sieht seit seinem Herzanfall vor drei Jahren ja auch etwas grotesk aus - das wilde Leben schlägt zurück.

Vielleicht sollte man sich auch an Stars der jüngeren Generation halten, da muss man dann nicht gleich die Notrufnummer parat haben. Obwohl Kollege Kai ja bestimmt Erste Hilfe kann. Wie dem auch sei, möglicherweise wird es was mit Jeffrey Lewis, ein sehr interessanter Singer-Songwriter aus New York, am 9. Oktober...Und wie sagte ein alter Freund von mir immer: Gibt den Kids eine Chance. Hier ein paar Fotos von den Kids.

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Dienstag, September 18, 2007

Stars in da house?

Wenn alles gut geht, spielen morgen die Stars aus Kanada ihren ersten Europagig dieser Tour bei Mint Music. Ist noch nicht 100% klar, aber es lohnt schon mal, sich auf die Lauer zu legen. Ansonsten auf jeden Fall abends in der Glocksee...

Nachtrag: Fotos vom Gig in der Glocksee sind hier zu finden.
Eine ausführliche Konzertkritik hier.


Amy Millan 2006 beim OBS.

In Store Gig leider abgesagt...

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Montag, September 10, 2007

Radio Flora beim Regionsentdeckertag

Schützenumzug in Linden

Sonntag, September 02, 2007

Immer antizyklisch handeln...

Ein paar Freunde von mir - alle mit erlesenem Musikgeschmack - haben gestern einen neuen Plattenladen eröffnet. Neu und Second-Hand: Indie, Soul, Funk, Dub, Sixties - was das Ohr begehrt, vom Feinsten...

Man wünscht viel Glück und Kundschaft mit ebensolchem Geschmack zuhauf! Hinfahren mit der Linie 10 Richtung Ahlem, Am Küchengarten aussteigen, an den "Waschweibern" vorbei die Fössestraße ein paar Schritte hoch (Richtung stadtauswärts)an der Hausecke:

MINT MUSIC
Fössestraße 6
30451 Hannover
0511-2602518
info@mintmusic.de.






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Dienstag, August 07, 2007

Gewalt

Hannover ist ja eigentlich vergleichtsweise beschaulich im alltäglichen Umgang, wenn man so klassisch nach New York schaut, wo Leute zumindest in den Tagen vor "Adolfo" Guilanis drakonischer Gegengewalt Leute reihenweise auf der Straße ausgeraubt, zusammengeschlagen und erschossen wurden. Oder Sevilla, wo ich gerade hörte, dass Jugendliche aus den Vorstädten allein oder in Gangs in der Innenstadt völlig skrupellos Leute überfallen oder einfach von Motorrädern mit (großen) Steinen bewerfen, nur so zum Zeitvertreib.

Aber langsam holt es uns auch ein. Erst hört man es nur von Gerüchten um Gangauseinandersetzungen oder spontane Gewaltausbrüche auf der lokalen Hauptstraße, bei denen meistens jugendliche Migranten die konkreten Agenten sind - die Gründe sind sicher tiefliegender - , aber ich habe auch schon einen "kaukasisch" (heißt europäisch-weiß) aussehenden älteren Herren rücklinks in Handschellen auf dem Boden liegen sehen, als ich mir abends noch was vom Kiosk holen wollte. Oder der ein oder andere Irre (zumeist "deutsch") verhält sich körperlich bedrohlich. Aber konkret zugestoßen ist mir noch nichts, und außer einer ohne Gegenwehr abgelaufenen Festnahme und der zerkloppten Fresse von einem Freund habe ich auch noch nichts gesehen.

Nun passierte das - wenn auch vergleichsweise eine Kleinigkeit -, was ich schon seit Jahren befürchte: einer von den Türkenmackern bei mir nebenan, die leider 1:1 den gängigen Negetivklischees entsprechen, die ich ganz bestimmt nicht bestätigt wissen will - was wieder eine längere Diskussion wäre -, aber sei's drum, jedenfalls schießt der einen Fußball absichtlich ganz scharf schräg von hinten auf mich, als ich aus dem Haus gehe. Hätte ich mich nicht schnell gebückt, wäre meine Brille kaputt gewesen und ich hätte zumindest ein paar rote Striemen gehabt. Glücklicherweise hat es noch (vorläufig) gewirkt, dass ich ihn mir gleich zur Brust genommen habe. Die zehn Burschen zwischen 20 und Mitte 20 (!) hätten mich locker fertig machen können, waren aber glücklicherweise einigermaßen defensiv. Aber wenn der Respekt immer weiter sinkt, was passiert beim nächsten Mal?

Dann komme ich heute nach Hause und die Fahrradhändlerin bei uns unten erzählt, dass die Polizei hier war. Nicht wegen irgendwelcher Dealerei, was ich vermutet hatte, die als gut organisiertes deutsch/türkisch/gambianisches Geschäft hin und wieder in den umliegenden Hauseingängen stattfindet. Nein, eine Frau bei uns aus dem Haus wäre auf die nahegelegene lokale Hauptstraße gelaufen und hätte wahllos Wildfremde mit dem Messer angegriffen. Sie würde angeblich schon länger im Haus wohnen. Allerdings wurde die einzige Frau, auf die nach meinem Erkenntnisstand die Beschreibung - blond und Mitte 40 - passte später in gefaßtem Zustand und guten Mutes von einem anderen Hausbewohner angetroffen. Wir haben allerdings noch einen zweiten Aufgang, wo ich nicht alle Leute kenne. Erst meinte ich: Gut, dass ich nicht da war, aber bald darauf: Schade dass ich nicht da war - das wäre eine Story gewesen.

Daraufhin meinte die Fahrradhändlerin, dass zwei Etagen über ihrer Privatwohnung ein Nachbar auf dem Balkon verreckt sei. Sie haben es nach einer Woche gemerkt, weil irgendwas Ekeliges bei ihnen auf den Balkon tropfte. Da war mir erstmal der Appetit aufs Abendbrot vergangen. Aber sowas ist ja leider nichts Neues. Und noch: Hier im Viertel wird in der letzten Zeit auffällig viel gezündelt - zumeist trifft es unschuldige Mülltonnen in den Straßenzügen mit Sozialbauten (was nicht heißen muß, dass die Anwohner das selber angezündet haben), aber das breitet sich jetzt auch immer weiter aus. Deshalb waren unsere seit kurzem blauen Freunde und Helfer heute abend wohl auch unterwegs.

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Mittwoch, Juli 25, 2007

Hazmat Modine

Eine Band aus New York, die Anfang des Jahres ihr Debüt in Europa veröffentlichte. Eine Mixtur aus Old-Timey Folk und Blues, Klezmer, und noch einer ganzen anderen bunten Tüte aus dem weltweiten folkloristischen Repertoire. Das Album hat einen Riesenhype in der - äh - "Weltmusik"-Szene verursacht. Im Moment sind die Burschen auf Tour in D. Heute Abend im hannoverschen Jazz-Club, ausverkauft. Aber Morgen wohl noch (freie) Karten für die Aufzeichnung bei Radio Bremen (ebendort). Mache Interview und Fotos, die hier zu sehen sein werden. Eine Review gibt es dann auf langeleine, ein Porträt am 16. August zwischen 16 und 17 Uhr auf Radio Flora.

Reinhören kann man schonmal hier. Oder besser noch zur Show pilgern - wenn man noch Karten kriegt.

Ach so, und die Mundharmonika gehören eigentlich zu den Instrumenten, die ich nicht ausstehen kann, sie rangieren so in der Nähe der Panflöten bei der Wahl des gräßlichsten Instruments. Nur kommen sie leider in vielen Musikstilen vor, die ich mag (im Gegensatz zur Panflöte, auch wenn die bei den Go-Betweens oder so glaube ich auch mal zum Einsatz kam). Jedenfalls kann (und muß) ich manchmal mit ihr leben...

"De best way to present performer is to present his music." Right.

Fotos vom Konzert sind hier zu finden.



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Donnerstag, Juni 21, 2007

10 Jahre Radio Flora auf Sendung

Freitag, Juni 01, 2007

Daniel Kahn & Painted Bird

Wollte gestern abend eigentlich ins Bett gehen und bin dann doch noch bei Feinkost Lampe gelandet. Und habe zumindest noch den letzten Teil eines Konzerts einer sehr schönen Klezmer-Punk-Band aus Berlin mitgekriegt, Daniel Kahn & Painted Bird. Bei der Zugabe mußte ich erstmal überlegen - den Song kenne ich doch? Bis ich drauf kam, dass es "Sympathy fot the Devil" von den Stones war. Den hatte ich auch schon lange nicht mehr gehört - und ganz bestimmt noch nie in so einer Version! Fast so gut wie Cat Powers "Satisfaction"...Wenn ihr die mal irgendwo live erwischen könnt, unbeding hingehen. Der Saal hat getobt. Dummerweise war die Tanzfäche nur ein handtuchbreiter Streifen um die winzige Bühne herum und ich stand beim Fotografieren irgendwie Mitten in der Band. Habe ich genervt? Nöööö...


Mehr Fotos hier.

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Samstag, Mai 26, 2007

Maximo Park in Hannover

Before the show.


Mehr Fotos hier. Leider durften wir nur drei Songs lang fotografieren - und dann gar nicht mehr. Deshalb kein Bild vom Enthusiasmus der Fans, die reihenweise rausgezogen worden sind, weil sie für den Geschmack der Security zu viel Spaß hatten. Und einige sind auch ohnmächtig geworden bei der Hitze und der Aufregung.

Ich hatte Maximo Park ja vor zwei Jahren schonmal live im hippen Berliner Postbahnhof gesehen. Da wollte ich gar nicht unbedingt hin, weil ich dachte ich bin 10 Jahre zu alt für die nächste Britpopband. Ich bin aber mitgegangen, und war von ihrem Auftritt sehr angetan. Sie wirkten erfrischend, und als ob sie sich wirklich über ihren Erfolg wie die kleinen Kinder freuen. Damals sagte Sänger Smith auf der Bühne, er müsse aufpassen, dass er nicht abhebt. Dass das auch damals schon ein wenig Masche war zeigte sich, als ich las, dass er das gleiche beim nächsten Auftritt in Hamburg gesagt haben soll.

Diesmal wirkten sie etwas müder und routinierter - aber sie sind immer noch einer der besten Liveacts, die man im Moment sehen kann. So viel Engergie wie Paul Smith haben wenige Frontleute. Dazu hat er noch Talent, was im Kopf, sieht umwerfend aus und wirkt dabei treuherzig - das was man auf Englisch als teenage heartthrob bezeichnen würde. Und die anderen Bandmitglieder stehen ihm in puncto Grips, nett erscheinen und Aussehen kaum nach. Auch für Leute über 25 noch unterhaltsam und charmant, wenn man über ein kreischendes Teenagerpublikum erhaben ist.

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Mittwoch, Mai 16, 2007

Festival Theaterformen

Ein Hinweis auf ein sehr schönes und besonderes Festival. Das wäre mir vielleicht auch gar nicht so ins Auge gefallen, wenn nicht eine Bekannte von mir da in der Presseabteilung arbeiten würde.

Aber in diesem Jahr gelang einem neuen Team unter der Leitung von Stefan Schmidtke (unten) die Wiederbelebung des Festivals Theaterformen. Mit einen furiosen Programm und viel Engagement. Unbedingt anschauen!

Da habe ich mich sogar breitschlagen lassen, für Mindestlohn Flyer zu verteilen: "Festival Theaterformen, im Juni in Hannover. 14 Produktionen aus aller Welt. Alles Deutschlandpremieren, viele Europapremieren und sogar Uraufführungen! Eines der drei größten Theaterestivals Deutschlands!" Sogar HipHop gibts, sage ich immer den Kids, wenn die beim Stichwort Theater eine Fresse ziehen. Allerdings gibt es auch Kids, die beim Stichwort HipHop eine Fresse ziehen, musste ich feststellen.

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Samstag, April 14, 2007

Lokalmusik

Gestern mit Olli auf dem alten Conti-Gelände gewesen, um ihn für seine neue CD als 60s-Barden zu inszenieren. Wir haben ein bisschen Schiss gekriegt, als wir da auf dem verlassenen Fabrikgelände, wo nur noch die völlig ausgeweideten Gerippe der alten Werkshallen stehen, Schüsse hörten. Ich habe getan, als ob ich mutig wäre und gesagt, die werden schon nicht auf uns schießen und sollte recht behalten.




Danach noch auf einem Hoffest von Bekannten gelandet, wo es sehr schöne alt.countryeske Campfiremusik gab.




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Mittwoch, August 23, 2006

Fragen und Fronten

Erinnert ihr euch noch an den Bunker mit den Türen? Lange gab es da jetzt einen Burgfrieden: Die unvorteilhaftere, da in der weniger begangenen Straße gelegen Tür war bald wieder voller kleiner Plakate, die da ungestört hängen konnten. Die andere war knallrot beklebt und oben stand Hannover drauf. Immerhin - man hat vergleichsweise Sensibilität für die Lindener Vorlieben beweisen.

Dann hatten wohl einige Ahnungslose wieder die rote Tür beklebt - was sofort wieder abgerissen wurde - diesmal nicht vom Volk, sondern von Freunden des Eigentümers. Neu rot beklebt, diesmal ohne Hannover. Dafür aber wieder mit einem deutlichen, aber auch sensibleren Hinweis des Eigentümers. Und man glaube es oder nicht, trotz des deutlich reduzierten Texts wieder mit Rechtschreibfehler. Und zwei Ausrufezeichen müssen auch sein!!





Beim Fotografieren traf ich dann auch mal einen dieser Freunde des Eigentümers, der sich auch über die unordentliche Plakatiererei und so echauffierte und wohl derjenige ist, der sich immer um die Ordnung an der Tür kümmert. Habe vergessen ihn zu fragen, ob inzwischen Überwachungskameras aufgestellt sind. Ist ja jetzt hoffähig.



Dafür gab er mir auf meine anderen Fragen freundlich Auskunft:
*das sind in der Tat Sozialwohnungen auf dem Dach, aber auch Innen ganz gut ausgebaut.
*Fahrstuhl gibt es nicht
*die Mieter kommen über den benachbarten Hauseingang rein.


So, jetzt ist alles geklärt, die Fragen und die Fronten.

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Donnerstag, Juli 13, 2006

Der Kampf Gut gegen Böse geht weiter...


Am Dienstag waren die mutigen Pflänzchen wieder plattgemacht. Jetzt sollte auch Linden Nord auf keinen Fall entgeghen, dass Wolfgang Petersen in Hollywood einen neuen unnötige Blockbuster gemacht hat, der sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks durch die Kritik gerauscht ist. Dafür haben sich fleißige Knibbler am anderen Deutschlandtürchen zu schaffen gemacht und unter anderem Aliens freigelegt.



So sieht das da übrigens insgesamt aus.



Obs das jetzt auf B-Schein gibt und wie die überhaupt ins Haus kommen habe ich noch nicht rausgekriegt. Macht auf jeden Fall was her, wenn man oben ist.



Und am Mittwoch jedenfalls haben wieder todesmutige Plakatierer zugeschlagen, noch mehr an der schlechter einzusehenden Tür (Bild ganz unten). Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Und diese junge Lindenerin erkundigte sich schon wieder über die aktuellen Veranstaltung und unterhielt sich mit ihrer Mutter (?) darüber, ob sie nicht zur 80er-Jahre-Party im benachbarten alternativen Veranstaltungszentrum Faust gehen wollen.


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Samstag, Juli 08, 2006

Deutschlandverordnung

Bis vor kurzem war dieses Tor eines Bunkers in Linden-Nord, hinter dem sich, glaube ich, Übungsräum verbergen, wild mit lustigen Plakaten beklebt. Die wiesen zumeist auf Veranstaltungen in lokalen Kneipen und Clubs hin. Eine der letzten Bastionen, auf der so etwas geschah, nachdem die Stadt schon vor einigen Jahren gegen die bösen Plakatierer vorgegangen war, die heimlich des Nachts losziehen, und lieber selbst jede geeignete Fläche gegen Bares vermietet hat. Klar, dass da dann nur noch Plakate für die goßen Veranstaltungen hingen.

So etwa zur Mitte der schönen Fußball-WM, die uns das Wir-Gefühl wiedergegeben hat, und nachdem Deutschland nicht gleich in der Vorrunde rausgeflogen war und unser Klinsi kein Bundeverdienstkreuz in Aussicht gestellt gekriegt und wir uns alle nicht so geliebt hätten, tauchte dann eine professionelle Beklebung in AOK-Ästhetik auf. Irgendwas mir Fußball, schönen, gesunden Menschen (natürlich auch mit Repräsentationsneger, um nicht in die brauen Ecke gestellt zu werden, bin ich geneigt zu sagen) und Deutschland. Kurz darauf nur noch Deutschland.



Linden-Nord wäre nicht Linden-Nord, wenn das nicht nach der ersten Nacht ein paar weiße Risse gehabt hätte. Gestern ging ich an der mehrfach nachrenovierten Tür vorbei und fand dann das, geklebt auf ein schickes Metallschild, aber nur luschig mit Gaffertape an die Hauswand gebappt, was natürlich sofort wieder abgefallen ist. Und dem Ton und der Vielzahl drohender Ausrufezeichen nach zu urteilen war da jemand richtig sauer und verständnislos über diesen Vandalismus:





Und Linden-Nord wäre nicht Linden-Nord, wenn das frisch restaurierte Deutschland-Türchen nicht sofort wieder Schaden genommen hätte und auch das Schild nicht am selben Abend wieder verschwunden wäre. Auf dem Heimweg dachte ich dann über verschiedene mögliche Verschwörungstheorien nach: War dieses Schild nur Provokation und Verarschung ("Kulturwerbung"???)? Hätte man, wenn man von gesundem Menschenverstand und geistiger Beisammenheit ausgeht, denken können. Dagegen spricht, dass das Haus in der Tat vor einigen Jahren schick renoviert wurde und auf dem Dach jetzt wirklich super Appartments mit sonnigen Balkonen hat (gibt es da eigentlich einen Fahrstuhl – ist ganz schön hoch). Da stören natürlich vollgeklebte Türen, und ein bisschen Geld mit bezahlter Plakatwerbung reinzukriegen ist ja auch ein feiner Nebenverdienst zu den sicher nicht ganz niedrigen Mieten.

Hola, jetzt kam ich auf die Verschwörungstheorie schlechthin: Der ganze Deutschlandwahn nur ein Produkt von Werbefirmen und sonstigen Damit-Geld-Verdienern und von Parteien und Institutionen, an denen ansonsten kein gutes Haar gelassen wird und die ein bisschen Farbe auf dem angekratzten Lack und Wir-Gefühl auf der geschundenen Seele gebrauchen können, und die Ewiggestrigen, die auf dem allgemeinen Backlash wieder gedeihen sowieso ... Dann schießen noch so ein paar Leute wie dieser Mensch von der Erziehungsgewerkschaft Eigentore, um in der Sprache der Zeit zu bleiben (war der eigentlich gekauft?), Ströbeles Onkel Herbert Zimmermann war der Moderator mit dem „Tooooor“ und er hat die Rechte daran geerbt, auch wenn er kein Fähnchen an sein Rad bastelt....oh, oh.

Nun ja, das ist sicher alles etwas differenzierter. Aber ich glaube ja, dass tatsächlich ein ein Großteil der billigen Plastikfähnchen nicht hängen würde, hätte es die Umsonst-Beilage der HAZ nicht gegeben (och wenn sie mal da sind, zu Schade zum Wegschmeißen), oder die unwiderstehlichen Schnäppchen für zweifuffzich. Jetzt ist es ein Selbstläufer geworden, wir brauchen alle ein wenig Wir-Gefühl auf der geschundenen Seele. Zudem hat „mal wieder Flagge zeigen dürfen“ den Reiz des Neuen, Ex-“Verbotenen“ - ... mein Gott, dann macht man mal mit. Die anderen machen das ja auch, und man will ja keine Spaßbremse sein, ein wenig vergessen und nachdenken schon gar nicht. "Wir machen weiter" droht Bild nach der Niederlage. Und es ist doch so schön für die Kinder.

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Mittwoch, Juni 28, 2006

Gesunder Schlaf



Die Jungs haben einen gesunden Schlaf! So viel kann man gar nicht gesoffen haben - auch nicht bei einem Fußballspiel und vorher und nachher. Die lagen nämlich nicht irgendwo rum. Das war Mitten in der Innenstadt, vor dem Hauptbahnhof - am späten Vormittag. Abgesehen von den Menschenmassen: Quietschende Straßenbahnen, hupende Autos, klingelnde Fahrräder. Spätestens bei den penetranten Werbejingles, die bei Saturn-Hansa herauströteten hätten mir die Haare zu Berge gestanden, und ich senkrecht, egal in welchem Zustand.

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